Für viele Hundehalterinnen und Hundehalter gehört das Autofahren mit dem Vierbeiner zum Alltag – ob für den Ausflug ins Grüne, den Besuch bei Familie und Freunden oder den Urlaub. Was viele dabei jedoch unterschätzen: Ein nicht gesicherter oder gestresster Hund kann schnell zur Gefahr werden, für sich selbst und für andere. Dieser Blogbeitrag zeigt Ihnen, wie Sie das Autofahren mit Hund sicher, gesetzeskonform und stressfrei gestalten können.
Das Wichtigste im Überblick
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Gesetzliche Pflicht: Hunde gelten im Auto als „Ladung“ und müssen laut §23 StVO gesichert werden – sonst drohen Bußgelder und ein eingeschränkter Versicherungsschutz.
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Sicherungsmöglichkeiten: Transportboxen, Sicherheitsgurte mit Geschirr und Trenngitter bieten je nach Hund und Fahrzeug passende Lösungen für Sicherheit und Komfort.
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Gewöhnung ist Training: Schrittweises Training, positive Verknüpfung und Ruhe helfen dem Hund, Autofahrten stressfrei zu erleben.
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Vorbereitung zählt: Ausreichend Bewegung, angepasste Fütterung, Pausen und eine Packliste mit Wasser, Leckerlis und Notfallausrüstung sorgen für eine entspannte Fahrt.
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Vorsicht bei Hitze und Kälte: Hunde niemals im geparkten Auto lassen – auch nicht „nur kurz“! Temperaturgefahren im Fahrzeug können lebensbedrohlich sein.
Inhaltsverzeichnis
- Rechtliche Grundlagen in Deutschland
- Sicherheitslösungen im Überblick
- So gewöhnen Sie ihren Hund ans Autofahren
- Während der Fahrt: Das ist zu beachten
- Fazit & praktische Tipps für den Alltag
- Häufig gestellte Fragen
Rechtliche Grundlagen in Deutschland
In Deutschland regelt die Straßenverkehrsordnung (StVO), wie Hunde im Auto transportiert werden müssen. Laut §23 StVO gilt der Hund rechtlich als "Ladung". Das bedeutet, dass er so gesichert werden muss, dass er bei plötzlichen Bremsmanövern, starkem Kurvenfahren oder einem Unfall nicht verrutschen, umherfliegen oder den Fahrer ablenken kann. Wer seinen Hund ungesichert mitführt, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit, sondern verstößt auch gegen gesetzliche Vorschriften.
Die Missachtung dieser Vorschrift kann ein Verwarnungsgeld von mindestens 30 Euro nach sich ziehen. Kommt es durch den ungesicherten Hund zu einer Gefährdung oder gar einem Unfall, steigen die Bußgelder erheblich – bis zu 75 Euro und ein Punkt in Flensburg sind möglich. Darüber hinaus kann bei einem Unfall der Versicherungsschutz eingeschränkt oder sogar ganz aufgehoben werden, wenn nachgewiesen wird, dass der Hund nicht ordnungsgemäß gesichert war und dadurch die Schadensentstehung oder -höhe beeinflusst wurde.
Hier können Sie aktuelle Bußgelder für den Transport von Tieren im Auto nachlesen: https://www.bussgeldkatalog.org/tiere/.
Die gesetzliche Regelung dient somit dem Schutz aller Fahrzeuginsassen – und natürlich dem Wohl Ihres Hundes. Ein ungesicherter Hund ist im Ernstfall nicht nur selbst gefährdet, sondern kann durch sein Gewicht bei einem Aufprall wie ein Geschoss durch das Fahrzeug geschleudert werden und dabei schwere Verletzungen verursachen.
Sicherheitslösungen im Überblick
Damit der Transport Ihres Hundes nicht nur den gesetzlichen Vorgaben entspricht, sondern auch sicher und komfortabel ist, stehen verschiedene Sicherungssysteme zur Verfügung. Die Wahl der geeigneten Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere von der Größe und dem Temperament Ihres Hundes, der Fahrzeugausstattung und der Länge der Fahrten.
Transportboxen
Transportboxen gelten als eine der sichersten Varianten für den Hundetransport im Auto. Sie bestehen idealerweise aus Metall oder hartem Kunststoff und sollten so positioniert werden, dass sie sich nicht bewegen können – am besten quer zur Fahrtrichtung im Kofferraum oder auf der Rückbank mit zusätzlicher Sicherung durch den Sicherheitsgurt oder Isofix.
Vorteile:
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Hohes Maß an Sicherheit durch feste Struktur
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Schutz des Hundes bei plötzlichen Bremsungen oder Unfällen
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Rückzugsort und vertrauter Raum für den Hund, besonders bei längeren Fahrten
Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Box groß genug ist, damit Ihr Hund darin stehen, sich drehen und bequem liegen kann. Eine zu kleine Box kann Stress auslösen und schränkt die Bewegungsfreiheit zu stark ein.
Sicherheitsgurte & Hundegeschirr
Ein spezieller Sicherheitsgurt, der an einem stabilen Hundegeschirr (kein Halsband!) befestigt wird, ist besonders für kleinere bis mittelgroße Hunde eine sinnvolle und flexible Lösung. Der Gurt wird mit dem Anschnallsystem des Fahrzeugs verbunden – idealerweise auf dem Rücksitz, nicht auf dem Beifahrersitz, da dort der Airbag eine zusätzliche Gefahr darstellt.
Vorteile:
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Günstig in der Anschaffung
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Einfaches Handling bei kurzen Fahrten
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Gute Bewegungsfreiheit für den Hund während der Fahrt (bei korrekter Längeneinstellung)
Hinweis: Nutzen Sie ausschließlich geprüfte und crashgetestete Sicherheitsgurte und achten Sie darauf, dass das Hundegeschirr nicht einschneidet oder scheuert.
Schutzgitter & Trenngitter
Für größere Hunde, die im Kofferraum transportiert werden, sind Schutz- oder Trenngitter eine bewährte Methode. Diese Vorrichtungen werden zwischen Kofferraum und Rücksitzbank bzw. Dachhimmel montiert und verhindern, dass der Hund in den Fahrgastraum gelangt.
Vorteile:
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Besonders geeignet für große Hunde und Kombis oder SUVs
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Keine Einschränkung des Platzes auf der Rückbank
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Gute Luftzirkulation und Bewegungsfreiheit für den Hund
Tipp: Kombinieren Sie das Trenngitter mit einer rutschfesten Unterlage oder einer speziellen Kofferraummatte, um den Komfort für Ihren Hund zu erhöhen.
Vergleich der Sicherungsmethoden
Sicherungsmethode | Sicherheit | Komfort für den Hund | Geeignet für |
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Transportbox | Hoch | Hoch | Alle Hunde |
Sicherheitsgurt | Mittel | Mittel bis hoch | Kleine/Mittelgroße Hunde |
Trenngitter | Mittel | Hoch | Große Hunde |
Durch die Wahl der richtigen Sicherungsmethode schaffen Sie die Basis für entspannte und sichere Autofahrten – sowohl für sich als auch für Ihren vierbeinigen Begleiter.
So gewöhnen Sie Ihren Hund ans Autofahren
Nicht jeder Hund steigt begeistert ins Auto. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht, anderen wird schlichtweg übel. Mit Geduld und Training können Sie Ihrem Hund jedoch helfen, sich an das Autofahren zu gewöhnen.
Tipps zur Eingewöhnung:
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Beginnen Sie mit kurzen Übungsphasen: Nur ins Auto setzen, nicht losfahren, belohnen
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Steigern Sie die Dauer allmählich
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Fahren Sie anfangs nur zu angenehmen Zielen (z. B. Waldspaziergang)
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Nutzen Sie vertraute Gegenstände wie Decken oder Spielzeug
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Bleiben Sie ruhig und positiv, auch wenn der Hund nervös ist
Vorbereitung auf kurze und lange Autofahrten
Eine gute Vorbereitung ist das A und O, damit die Fahrt für Mensch und Tier angenehm verläuft. Denken Sie dabei sowohl an die Sicherung als auch an das Wohlbefinden Ihres Hundes.
Vor der Fahrt:
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Füttern Sie Ihren Hund ca. 2 Stunden vor Abfahrt (um Übelkeit zu vermeiden)
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Ermöglichen Sie ihm ausreichend Bewegung und einen Toilettengang
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Kontrollieren Sie die Sicherungseinrichtung
Was Sie einpacken sollten:
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Wasser & Napf
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Leckerlis & ggf. Futter
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Hundedecke oder Lieblingsspielzeug
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Kotbeutel
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Erste-Hilfe-Set für Hunde
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EU-Heimtierausweis (bei längeren Fahrten oder Reisen)
Während der Fahrt: Das ist zu beachten
Auch während der Fahrt sollten Sie auf das Wohl Ihres Hundes achten. Wichtig ist eine gute Belüftung (aber kein Luftzug direkt auf den Hund) sowie regelmäßige Pausen. Halten Sie alle zwei bis drei Stunden an, damit Ihr Hund sich lösen und bewegen kann. Bieten Sie bei jeder Pause frisches Wasser an und sorgen Sie für einen sicheren Aus- und Einstieg.
Manche Hunde leiden unter Reiseübelkeit oder zeigen Stresssymptome wie Hecheln, Zittern oder Jaulen. Um dem entgegenzuwirken, sollten Sie den Hund zwei bis vier Stunden vor der Fahrt nicht füttern und auf eine ruhige Fahrweise achten. Beruhigende Musik, vertraute Gegenstände oder auch spezielle Trainings können helfen, den Stresspegel zu senken. In hartnäckigen Fällen kann der Tierarzt pflanzliche oder medikamentöse Unterstützung empfehlen.
Achten Sie zudem unbedingt auf die Temperatur im Auto. Im Sommer kann sich das Fahrzeug binnen Minuten stark aufheizen – eine lebensgefährliche Situation für Hunde. Lassen Sie Ihren Vierbeiner niemals alleine im geparkten Auto und nutzen Sie Sonnenschutz, wenn nötig. Im Winter hingegen droht Unterkühlung. Decken, eine isolierte Unterlage und eine gemäßigte Innenraumtemperatur helfen, den Hund vor Kälte zu schützen.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Fahrten mit Welpen. Junge Hunde sollten langsam und behutsam ans Autofahren gewöhnt werden. Nutzen Sie dafür kurze, positive Ausflüge mit vielen Belohnungen. Bei längeren Fahrten ist es ratsam, besonders häufig Pausen einzulegen.
Sollte es zu einem Unfall kommen, gilt es, Ruhe zu bewahren. Sichern Sie die Unfallstelle und bringen Sie sich selbst in Sicherheit, bevor Sie sich um Ihren Hund kümmern. Prüfen Sie, ob er verletzt ist, und kontaktieren Sie umgehend einen Tierarzt. Transportieren Sie den Hund nur, wenn er keine akuten Schmerzen zeigt und Sie ihn gefahrlos bewegen können.
Bei Auslandsreisen mit dem Hund sind zusätzliche Regelungen zu beachten. In der EU benötigen Sie einen gültigen Heimtierausweis mit bestätigter Tollwutimpfung. Informieren Sie sich vor Reiseantritt über länderspezifische Vorschriften, da einige Länder besondere Transport- oder Einreisebedingungen vorschreiben.
Fazit & praktische Tipps für den Alltag
Autofahrten mit Hund lassen sich mit der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung sicher und angenehm gestalten. Denken Sie an die gesetzlichen Vorgaben, wählen Sie eine passende Sicherungsmethode und nehmen Sie Rücksicht auf die Bedürfnisse Ihres Hundes. Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Fahrt!
Die wichtigsten Do’s & Don’ts:
Do’s:
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Hund immer sichern
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Regelmäßige Pausen machen
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Für Frischluft sorgen
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Training & Geduld
Don’ts:
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Hund ungesichert mitnehmen
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Im Auto lassen bei Hitze oder Kälte
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Unruhe oder Angst ignorieren